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1. Internationale ADAC 24 Stunden Avus-Rennen am 4./5. Mai 1963
Abb. 1: Das siegreiche Gespann in der Avus-Steilwandkurve, die 1967 abgerissen wurde. (Zuvor: Schon 1961 gab es eine 24 Stunden Grunewald- Fahrt, die als reine Zuverlässigkeitsfahrt durchgeführt wurde. Jedoch 1962 wurde aus versicherungsrechtlichen Gründen diese 24 Stunden- Fahrt aufgeteilt in 2 Abschnitte, wobei man im letzten Abschnitt dann seine Rundengewinne machen konnte.) Jetzt gab es einen deutschen Versuch bei den internationalen 24 Stunden- Rennen mitzuhalten. Ein löblicher Versuch, die Engländer kamen nicht, ebenso die Tomos-Leute und der einzige internationale Teilnehmer war der seit 1955 in Deutschland lebende Japaner Koichi Shimada, der stilgerecht eine 125 ccm Honda fuhr. Von den 129 Startern kamen dann nach einem harten, schnellen Rennen 96 ins Ziel, der Rest fiel dem Dauerregen und der bekannt motorenmörderischen Avus zum Opfer.
Abb. 2: Der Le Mans- Start im strömenden Regen; 4 Maschinen wollten nicht sofort. Gleich zu Beginn - einem Le Mans- Start - regnete es in Strömen und dies dann die folgenden 16 Stunden auch noch. Die Beiwagenfahrer sollen bis zu 10 cm Wasser in ihren 'Booten' gelegen haben. Es gab in der Nacht wegen Wasserglätte und Übermüdung einige glimpflich verlaufende Stürze. Insgesamt aber war es eine großartige Leistung von Menschen und Maschinen. In den Boxen wurde mit Geschicklichkeit, Improvisation und technischem Können sagenhafte Leistungen vollbracht. Da wurde auch viel Sportsgeist gezeigt und deswegen soll auch ein Leserbrief an 'Das Motorrad' Nr. 11/1963, den Rudolf Zimmermann aus dem siegreichen Gespann schrieb, beispielhaft hier gebracht werden. Ort der Handlung: Berlin, auf der AVUS. Zeit: Sonntag, 5. Mai, am frühen Morgen. Unser Boxennachbar Becker / Hainich führt in der Gespannklasse, wir liegen mit einigem Abstand an zweiter Stelle. Plötzlich wird nebenan mächtig gehämmert und geschweißt. Es wird fotografiert und gefeixt. Der Becker Klaus bekommt fast einen Wutanfall! Hat ihm 'ne Menge Zeit gekostet: jetzt haben wir die Nase vorn! Wenn bei uns nichts schief geht, sind wir schwer einzuholen. Später merke ich, dass sich bei mir ein Seitenwagenanschluß selbstständig machen will. Schnellste Abhilfe: Schweißen! Also halte ich an der Boxe. Alles rennt und saust, Schweißgerät raus, Kabel abrollen usw. In wenigen Augenblicken bin ich wieder draußen. Von den besten Wünschen begleitet. Es hätte u.U. den Erfolg gekostet. Selbstverständlich sagen Sie? Ich war immerhin in der Boxe vom lieben Klausi. Bei uns gab es nämlich kein Schweißgerät! Und der Klaus schweißte selbst! Ich möchte auf diesem Weg dem Langen nochmals danken und frei nach Klacks formulieren: "...das kommt den Dingen so ungemein nahe, die ich mir unter Sport vorstelle." Nachstehend ein Auszug aus den Ergebnislisten: Motorroller bis 200 ccm: 2. Hunkenschröder / Junkers, Zündapp, 117 Runden, Gold. (4xGold, 3xSilber, 3xBronze, 3 Ausfälle) Motorräder bis 50 ccm: 1. Schirmer / Klein, Zündapp KS 50, 99 Runden, Gold. (1xGold, 2xSilber, 4xBronze, 2xErinnerungen, 3 Ausfälle) Motorräder bis 175 ccm: 3. Friedrich / Wünscher, Zündapp 200S, 104 Runden, Silber. (2xGold, 2xSilber, 1xBronze, 2 Ausfälle) Motorräder mit Swg. über 350 ccm: 1. Heinritz, Heinritz / Zimmermann, Möschel, Zündapp KS 601, 143 Runden, 118,3 km/h, Gold. (Das Heinritz-Gespann belegte im Gesamtklassement den 9. Platz, noch vor der schnellsten 500er Solo-BMW) 6. Pfister, Mausner / Eggert, Batz, Zündapp KS 601, 121 Runden, Bronze 7. Kraemulat, Torner / Brüggemann, Quittmann, Zündapp KS 601, 117 Runden, 97,5 km/h, Bronze 8. Schmidtke, Mengert / Ridzewski, Hof, Zündapp KS 601, 103 Runden, Erinnerung (3xGold, 1xSilber, 3xBronze, 2xErinnerung, 3 Ausfälle)
Abb. 3: Helmut Kraemulat und sein Gespann nach dem Rennen.
Abb. 4: Das siegreiche KS 601-Gespann: Riesentank und schmaler Seitenwagen
Abb. 5: Anfahrt zur Box
Abb. 6: Rechts außen Rudolf Zimmermann, mit Lockenkopf Georg Heinritz, der Brillenträger ist namentlich unbekannt und mit Schirmmütze Manfred Gruber, ein KS-Fahrer aus der Nürnberger Gegend. Neugefasster Text aus Rundschreiben Nr. 3 und 4/2007 des Zündapp-KS-601-Club e.V. (lg) Die Bilder stellten Helmut Kraemulat, Annie Heinritz und Rudolf Zimmermann freundlicherweise zur Verfügung. Diese Zusammenstellung stellte freundlicherweise Herr Rainer Laidig vom Zündapp KS 601 - Club zur Verfügung. Herzlichen Dank! |
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Joachim Fritz -> Impressum
Stand: X.2008