Inkontinenz am Getriebe

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Inkontinenz am Getriebe

Beitragvon 200Ardietreter » 11 Aug 2014: 23 12

Hallo Kameraden!
Nachdem ich men Maschinchen und mich selbst nun eingeführt habe, bitte ich um Auskünfte:
Wie im "Heimflug" erwähnt, hat mein "Getrag"-Getriebe an einer Vorgelege-Buchse schwach, was ich auf Schmiermittel-Mangel zurückführe. (1. Gang normal, 2. Gang etwas laut, 3. Gang mahlt. 4. Gang absolute Ruhe > Vorgelege)
Das ist jetzt nicht der Punkt, wird im Winter zerlegt.
Nach der Reise habe ich mich schlau gemacht, was man denn heute für Schmiermittel nimmt. Unser örtlicher Alt-Motorradler nimmt Fließfett. Toll, hab ich noch eine Tube im Schrank, eigentlich für ein LandRover-Achsgehäuse, her damit!
Einfüllschraube auf und hineingedrückt!
Natürlich habe ich mir nicht die Mühe gemacht, die kleine Schraube auf halber Hähe vorn, wo dransteht: "ÖL" auch zu öffnen, Fließfett tritt eh nicht gleich aus, also - was soll´s. Nun ist die Bude gnadenlos überfüllt und die schwarze Pampe läuft an allen möglichen Löchern raus als da sind: Kickstarter, Kupplungswelle und Abtrieb. Hier wird die Kette gleich mitgeschmiert, ist ja ganz gut, aber die Sprenkel bis auf die Felge sind unschön.
Ich habe ein altes, defektes Getriebe mitbekommen. Da ist auf der Abtriebswelle eine Ölförderspiralnut drauf. Wenn ich nicht völlig doof bin, dann spiralt die das Öl aber nach draußen, also durch die Buchse hindurch (sinnvoll) und dann ins Freie (nicht sinnvoll).
1. Frage: Ist das so und war das als Verlustschmierung gedacht?
Beim Kickstarter ist ein Hohlraum innerhalb des Deckels. Da hinein habe ich einen Filz-Putzlappen-Fetzen gestopft, der hält jetzt das meiste Fett drinnen, muß allerdings von Zeit zu Zeit wieder justiert werden, da er beim Antreten auswandert.
2. Frage: Ist an dieser Stelle irgend eine Abdichtung vorgesehen, oder schwimmt das Schmiermittel - korrekten Füllstand vorausgesetzt - unterhalb der "Oberkante Unterlippe" und die Sache hat sich?
Die Kupplungswelle dreht sich bei laufender Maschine mit und spult stetig etwas Fett nach draußen.
3. Frage: Normal?
Um das noch ganz klar zu sagen: Ich komme aus dem Nachkriegsbereich, wo Simmerringe die Norm sind und das Markieren des Reviers bestenfalls noch einem Mini nachgesehen wird. Ölförderschnecken kenne ich von alten Triumphmotoren (TR2-4), da aber nach innen!
Jetzt habe ich einen Vorkriegshasen im Stall, das ist Neuland.
Ich will alles lernen, nur schnell muß es gehen.
Also seid so gut, und klärt mich auf, damit mein schlechtes Gewissen nachläßt.
Danke!
Mander `s isch Zeit!
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Re: Inkontinenz am Getriebe

Beitragvon 200Ardietreter » 12 Aug 2014: 10 43

Jetzt komm ich auch an das Foto ran, welches ich beilegen wollte, also: Hier!
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Leckage am Kickstarter.jpg
Inzwischen sabbert es auch an der Kupplungswelle
Leckage am Kickstarter.jpg (57.96 KiB) 7595-mal betrachtet
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Re: Inkontinenz am Getriebe

Beitragvon 250erArdie » 09 Okt 2014: 13 08

Hallo Ardietreter,

Ich habe auch eine RBZ. 250 und genau das selbe Problem wie du.
Hast du dafür bereits Antworten bekommen oder eine Lösung gefunden?
Ich wäre daran sehr interessiert, da ich ebenfalls dran rumlaboriere.
Übrigens, ich bin gar nicht so weit von dir entfernt, nur 10 km von Salzburg.

Würde mich freuen wenn du mir da helfen kannst.
Beste Grüße Karl
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Re: Inkontinenz am Getriebe

Beitragvon 200Ardietreter » 27 Okt 2014: 23 32

Grüß Dich, Karl!
Na, das ist ja klasse, 10 km von Salzburg - man muss sich treffen (wenn die Krokusse wieder blühen :) )
Nein, ich habe nicht die Spur einer Antwort erhalten - leider! Dabei hatte ich die Hoffnung, daß das gerade hier erfolgreich sein könnte, denn diese Getriebe wurden ja markenübergreifend eingebaut.
Also, das Hauptproblem scheint sich inzwischen "ausgeblutet" zu haben. Ich hatte ja gnadenlos übefüllt, inzwischen spritzt die Kette nicht mehr das ganze Hinterrad voll und die Leckage an Kickstarter und Kupplungswelle wird auch langsam "zivil". Blöd dabei ist aber, daß das Schräubchen mit der Anschrift "ÖL" höher sitzt als "Oberkante Unterlippe Starthebel-Durchführung. Also kann eigentlich nur zu wenig drin sein, wenn nichts mehr rausläuft.
Eh Wurst - der Winter steht vor der Tür und es werden sich Mußestunden finden, den ganzen Kram mal zu zerlegen und zu beäugen. Vielleicht erhellt sich dann ja da eine oder andere Dunkel, denn das Mahlen im dritten und zweiten Gang muß ich mir eh zur Brust nehmen.
Ich werde Dich jedenfalls auf dem laufenden halten, wenn sich was ergibt.
Mander `s isch Zeit!
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Re: Inkontinenz am Getriebe

Beitragvon 250erArdie » 10 Nov 2014: 18 47

Hallo,

Ja würde mich freuen, wenn wir uns dann mal treffen.
Leider ist meine jetzt auch wieder zerlegt, Kurbelwellenbuchse hat sich leider verrieben. Da war ein Ölkanal verstopft.
Naja alles wieder zurück an den Start, derzeit wird neu gelagert und dann wieder zusammengebaut.
Suche dringend auch einen Tachoantrieb oder zumindest die Schnecke dafür.
Hoffe, dass alles bis Dezember wieder funktioniert.
Melde dich mal, wenn du in die Gegend kommst. 0650/5167566
SG Karl
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Re: Inkontinenz am Getriebe

Beitragvon 250erArdie » 20 Apr 2015: 19 13

Hallo nach Bad Aussee,

Ich habe eine Frage zur Zündung, vielleicht kannst du mir helfen.
Die zentrale Schraube beim Anker wird leider immer locker da sie bei mir ein Rechtsgewinde hat. Fürchte das ist so nicht original. Dadurch verstellt sich auch laufend die Zündung.
Weißt du zufällig ob das bei dir auch eine Schraube mit 10er Rechtsgewinde ist, oder Linksgewinde denn dann würde sie sich selbst festziehen und nicht lockern.
Müsste bei der Schwungscheibe ein Keil verbaut sein?
Vielen Dank und schöne Grüße Karl
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Re: Inkontinenz am Getriebe

Beitragvon 200Ardietreter » 21 Apr 2015: 23 19

Hallo Karl!
Mit einem Wort: NIE drum gekümmert! (Bisher!) Da ich aber den Hobel grade aufgebockt habe (Vorderrad raus zum Lager und Bremsen machen sowie Speichen zentrieren) kann ich gern morgen mal reinschauen. L/R-Gewinde wird sich unschwer feststellen lassen. Keil in Welle - ähh... tja, schon schwieriger. Ich habe aber ein Zweit-Aggregat im Schrank, mE ist da keine Zündanlage drauf, da müßte sich auch dieses feststellen lassen.
Grundsätzlich fällt mir als Lösung für Dein Problem mal eben Loctite "endfest" ein. Was damit zusammengefügt wurde, "soll der Mensch nicht lösen" - ach, nee, das war ja die Sache mit der Hochzeit :roll: ! Aber so ähnlich. Ggf auch ein paar Tropfen auf den Wellenzapfen und gut is...

Ich schau nach und meld mich wieder!

PS Wo wir grad über die Zündanlage trüffeln: Meine Ardie geht inzwischen spontan in den Streik, wenn ich es wage mit Licht zu fahren. Leerlauf ist dann gar nicht mehr trotz grade geladener Batterie. Gaaaanz müde Nummer! Bin jetzt stramm bei "elektronische Zündung" mit 12V 180 W. Hat da jemand schon Erfahrungen mit gemacht? www.powerdynamo.biz hat da ein Modell, allerdings um mal eben 580 Euronen - huiiii! Geht das in der Szene, oder ist das wie "Segelboot mit Innentoilette"? Anders gefragt: Kennt wer eine Problemlösung gegen "keine Lima-Leistung" irgendwie unterhalb von diesem Stilbruch (und diesen Kosten)?
Mander `s isch Zeit!
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Re: Inkontinenz am Getriebe

Beitragvon 200Ardietreter » 22 Apr 2015: 21 24

So, wie versprochen - Fortsetzung:
Also an dem Zweitaggregat ist nur ein seltsamer Pimmel - sieht aus wie ein Rohrstutzen - dran ohne Außen- oder fühlbarem Innengewinde. Macht auch einen irgendwie "auf-den-Kopf-gefallenen" Eindruck. Der Rotor ist montiert, abgezogen habe ich ihn nun noch nicht, also keine Angabe über Keilfeder.
Mein eigenes Schätzchen hat eine Mutter drauf mit Kupfer-Unterlegscheibe. Jetzt wird´s spannend: Die "Mutter" gehört offenbar zu einem Hohlbolzen, jedenfalls ist sie selbst nicht auf einen Zapfen geschraubt sonden hat die Struktur eines Bolzens, allerdings mit Zentralbohrung, welche ziemlich weit rein geht. Foto anbei. Ob das Teil nun links- oder rechtsdrehend ist, weiß ich also nicht, ich hatte eigentlich ein bis zwei Gewindegänge erwartet zum anfassen, ist aber nicht. Schade, mehr kann ich Dir nicht anbieten. Könnte es sein, daß es da unterschiedliche Ausführungen gab? Denkbar! Soweit für heute, laß mich mal bitte wissen, inwieweit das Innenleben bei Deiner Ardie sich von meuner hier unterscheidet. Danke!
Mit öligen Grüßen
Hans
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Re: Inkontinenz am Getriebe

Beitragvon 250erArdie » 12 Mai 2015: 08 54

Hallo Hans,

Danke für deine Infos,
Sieht bei dir dann doch irgendwie anders aus, ich weiß aber auch nicht inwieweit hier bei meiner schon was verbastelt wurde. Bei mir ist hier einfach eine normale (und zu kurze) 10er Schraube in die Welle geschraubt, nicht Hohl und ohne Beilagscheibe. Mit Loctite will ich nicht arbeiten, wenn würde hier nur ein hochfester Kleber helfen und mit bei einem eventuellen späteren lösen kann das schwierig werden. Anwärmen spielt es hier direkt bei der Zündspule ja nicht. Ich habe die Schraube mittlerweile durch eine längere ersetzt, so sollte es halten, hoffentlich.
Zu deiner Zündung; denke ist immer eine Frage der persönlichen Einstellung, aber wichtig ist dass es funktioniert und wenn man den Umbau auch nicht sieht und jederzeit rückbauen kann, warum nicht.
Ich baue auf eine kontaktlose Elektronikzündung von Helatronik um.
Ich war letzte Woche mit dem Postlermoped am Glockner, das wär doch eine schöne Aufgabe für unsere RBZ, oder,
SG Karl
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Re: Inkontinenz am Getriebe

Beitragvon 200Ardietreter » 14 Mai 2015: 00 39

Karl, grüß Dich!
"Helatronik" werd ich mir mal begucken, aber ich habe vorderhand ein Spannungsproblem (Lima). Auf "Licht an" folgt "Zündung aus". Blöd, will wohl das volle Programm haben. Daher traue ich mich bis auf weiteres auch nicht auf Tour. Grundsätzlich will ich aber ganz sicher auch noch den Glockner "bezwingen", allein schon, um dann beim Sepp in Lienz mal übernachten (und feiern) zu können.
Ich habe inzwischen tief in dem erwähnten "Pimmel" bei meinem Ersatzmotor das von Dir erwähnte Gewinde entdeckt. Mit der Beurteilung von Loctite bin ich nicht so ganz einverstanden. "Endfest" geht natürlich nicht - klar! Aber etwas - natürlich lösbarer - Gewindekleber hält doch entschieden fester als gar nichts. Aber wenn sich Dein Problem nun mit einer längeren Schraube lösen läßt - um so besser! Toi toi toi!

Sobald ich mein Spannungsproblem im Griff habe werde ich mich melden, hoffentlich ist die Saison dann noch gut für einen "Ausflug".
Nebenbei: Was ist ein "Postlermoped? Meine SR 150 würde den Glockner sicherlich schaffen - aber das ist eben doch nicht der selbe Kick...
Alles Gute!
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Re: Inkontinenz am Getriebe

Beitragvon 250erArdie » 18 Mai 2015: 09 07

Hallo Hans,
Freu mich schon wenn wir dann den Glöckner in Angriff nehmen können.
Ein Postlermoped ist eine Puch MV50 in OÖ auch Maurersachs genannt!

Beste Grüße Karl
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Re: Inkontinenz am Getriebe

Beitragvon comp » 19 Mai 2015: 21 41

Hallo Karl

es gibt zwei befestigungen am anker einmal die Holschraube und dann ne M10 glaub war das .. du solltest bei beiden auf dem konus eine scheibenfeder haben .. muß wenn Konus und Anker zueinander passen auch ohne kleber ..

Gruß Harry
comp
 
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