elektron. Zündung

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_Merten
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elektron. Zündung

Beitrag von _Merten » 11 Mär 2013: 19 49

Hallo,

auch wenn das Thema in den vergang. Jahren schon einige Mal im Forum besprochen ist, frage ich noch einmal, weil es ja inzwischen vielleicht ganz neue Erkenntnisse und Erfahrungen geben könnte.

Es geht um eine elektronische Zündung für eine BDG 250 H Bj. 52.
Dazu gibt es zwei Angebote:

Angebot 1)

Firma Stemmler, Remscheid
http://www.motorrad-stemler.de/dcenter/ ... endapp.pdf
S.112:

"Die kontaktlose Zündanlage mit elektronischer Zündzeitpunktverstellung errechnet
mit einem stör- und temperaturfesten Mikroprozessor den optimalen Zündzeitpunkt.
Die originale mechanische Fliehkraftregelung oder Handverstellung entfällt.

In der Regel sind alle Zündanlagen für 6 Volt- und 12 Volt-Betrieb ausgelegt,
bei den Zündanlagen die kpl. mit Zündpule geliefert werden, ist bei einer
Bestellung die genaue Bordspannung (6 V oder 12 V) anzugeben."

Diese Anlage wird sowohl mit dieser elektron. Zündzeitpunktverstellung (Bestellnummer 3638 für die SL) als auch ohne (Bestellnummer 3838 für die H) angeboten. Übrigens zum selben Preis.

Kosten 329,35 €



Angebot 2)

Fa. Powerdynamo, Berlin , hier über einen Ebay-Händler

"Lichtmagnetzündanlage mit integrierter vollelektronischer Zündung. Lichtleistung 12V/100W Gleichstrom. Kontaktlose elektronische Zündung mit eigener Stromversorgung innerhalb der Anlage. Ersetzt die originale 6 Volt Gleichstromlichtzündanlage, incl. Fliehkraftversteller, Unterbrecher, Zündspule. Sie benötigen an Ihrem Motorgehäuse keine Veränderungen. Sie können das System komplett ohne Batterie fahren."

http://www.powerdynamo.biz/deu/systems/ ... 66main.htm

Kosten 408,00 €


(Ich habe selbst eine Powerdynamo-Anlage mal in einer Bultaco gehabt und war nicht rundum zufrieden, weil die eigenen Diagnose-Möglichkeiten bei diesen Anlagen gleich Null sind: man sieht konstruktionsbedingt kaum einen Zündfunken und der Rotor, der ja ohne Scheibenfeder aufgesteckt und verschraubt wird, verrutschte ständig, weil die Passung des Kurbelwellenzapfens nicht 100% zur Passung des Rotors paßte. Damit verstellte sich nach ein paar Metern der Zündzeitpunkt und die Kiste sprang nicht mehr an. Erst Festkleben brachte Abhilfe, damit wurde aber eine Demontage ziemlich schwierig...)


Meine Fragen nun an das Forum:

1. Wer kann über Stemmler-Anlagen aus eigener Erfahrung berichten? Was soll man nehmen: 6 Volt oder 12 Volt?

2. Warum braucht die SL (original mit Fliehkraft-Regler) bei Stemmler eine andere Anlage als die BDG/H mit mechanischen Zündverstellung, wo doch bei beiden Motoren die Zündung für den Startvorgang und den Fahrtbetrieb verstellt wird?

3. Wer kann über Powerdynamo-Anlagen aus eigener Erfahrung berichten?

4. Und: Wieso sind die alle auf einmal so teuer geworden? (Für die Bultaco-Anlage habe ich 2009 bei powerdynamo noch unter 300 € bezahlt...)


Dank + Gruß aus Bonn,
Christian

_hiha
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Re: elektron. Zündung

Beitrag von _hiha » 12 Mär 2013: 10 36

Moing,
Ich hab eine alte Powerdynamo seit vielen Jahren absolut störungsfrei in meinem MZ-Gespann. Selbst wenn alles in Salzlake schwimmt, ist Licht und Funke vorhanden. Wenn natürlich der Konus nicht stimmt, ist das ein Problem. Das sollte man aber mit den Menschen von Powerdynamo (Edgar) besprechen können. Warum die so teuer geworden sind, versteh ich auch nicht.
Digitalzündungen: Ich halte an Altmopetten nicht mehr viel davon. Wenn man sowas einbaut, sollte man immer die Möglichkeit zur Umrüstung auf originales Unterbrecherglump dabei haben. Diagnosemöglichkeiten gibts da auch keine Vernünftigen.

Gruß
Hans

1Schraubi
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Re: elektron. Zündung

Beitrag von 1Schraubi » 21 Jan 2016: 00 24

Hallo,

ich habe auch eine Lichtmaschine von Powerdynamo.
Bin damit absolut zufrieden und kenne auch nur Leute die sich jeder Zeit wieder eine einbauen würden.
Allerdings fahren die Simson S51 und MZ RT 125.

Hier mal ein Bild von meiner Triumph BDG 205 H mit der Powerdynamo Lichtmaschine.

Grüße
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67Laverdalothar
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Re: elektron. Zündung

Beitrag von 67Laverdalothar » 21 Jan 2016: 09 18

Ich kann zu den angebotenen Anlagen nur soviel sagen, dass ich auch kurz überlegt hatte, eine einzubauen es aber wieder verworfen habe weil mein Vater mit dem Motorrad sicher keine 1.000km im Jahr fahren wird. Es lohnt sich dann schlicht einfach nicht.

Im Prinzip sind kontaktlose Digital-Zündungen aber zu empfehlen, wenn man viel fährt und die Fummelei mit dem Einstellen des Kontakts etc. nicht will/kann. Ich hab mehrere Motorräder auf Digital-Zündung umgerüstet, sie sind im Allgemeinen danach hinsichtlich Zündung völlig wartungsfrei und zuverlässig. In meiner Laverda Jota fahre ich seit 1992 eine Digital-Zündung von Uwe Witt (DMC). Die Maschine hat inzwischen zwar nur 50.000Km damit gemacht, diese aber völlig klaglos. Meine 1000 SFC hat seit Januar 2000 eine DMC II drin, ebenfalls ohne jegliches Problem (ca. 30.000Km seit dem).

Die Vorteile von digitalen Zündanlagen sind, dass:
-es immer einen definierten, zur Drehzahl passenden Zündzeitpunkt gibt
-der Zündfunke oftmals kräftiger ist
-das Startverhalten optimiert wird
-im Idealfall sogar der Leerlauf leicht korrigiert/optimiert wird
-der Motor ruhiger und gleichmäßiger läuft
-Drehmoment und manchmal sogar Spitzenleistung steigt
-oftmals Drehzahl-Begrenzer vorhanden sind, was beim 2-Takter zwar weniger, aber auch wichtig ist, beim 4-Takter aber essentiell

Ob 6 Volt oder gleich Umrüstung auf 12 Volt (Achtung, natürlich alle Birnen ersetzen, auch die in den Instrumenten...!) ist eine generelle Entscheidung. 12 Volt hat proportional weniger Widerstände und damit prozentual weniger Verluste. Lampen sind etwas heller, Kontakte funktionieren etwas besser etc.

Es muss halt abgewogen werden zwischen Funktionalität und Originalität. Sympathisch bei beiden Lösungen: man kann jederzeit zurück gehen mit überschaubarem Aufwand.

Bezüglich Unterbrecher-Zündung dabei haben als Ersatz falls was schief geht mit der Digital-Zündung: Ich hab da lieber meine ADAC-Karte und ein Telefon dabei. Ich denke die wenigsten machen mit ihrem Schätzchen eine Italien-Reise oder ähnliches sondern fahren am Wochenende mal 60 - 100Km "um den Kamin rum". Da lässt man sich nötigenfalls halt mal abschleppen, führt aber doch nicht für den unwahrscheinlichen Fall eines akuten "Druckverlusts" im Zündsystem eine 2. Zündung mit... :wink:

Wie gesagt: wenn die Anlage richtig installiert ist, kann man danach eigentlich vergessen, das es sowas wie ne Zündung gibt.

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dav3fr
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Re: elektron. Zündung

Beitrag von dav3fr » 21 Jan 2016: 12 42

Hallo,
ich habe in meinen beiden MZ die von Powerdynamo drinne, funktioniert super (MZ ETZ hat keine Zünzeitverstellung).

In den Triumph Oldtimern habe ich bisher noch immer die Zündkontakte.
Bei meiner SL habe ich vor kurzem nach über 10 Jahren und knapp 13000km die ersten Probleme bekommen, der Nocken war ziemlich abgelaufen.
Neuen rein und gut für die nächsten 13tkm .
Bei meiner Boss habe ich Versuche mit elektronischen gemacht, aber durch die Zündverstellung (spät früh) je nach Last es einfach nicht mit Kennlinien in den Griff bekommen.

Gruß
Rainer
Gruss
Rainer

_Widi
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Re: elektron. Zündung

Beitrag von _Widi » 04 Sep 2016: 11 37

Hallo,
ich habe bei meiner BD250 auch das System von POWERDYNAMO ( paßt von der BDG ) verbaut.
Voraussetzung ist,
daß der KW Konus unbeschädigt ist, dann paßt das.
Man muß sich jedoch für die Montage eine Polrad Anti Verdrehvorrichtung bauen und die zentrale KW Schraube damit ordentlich festziehen , damit es nicht verrutscht.
( NICHT an der gegenüberliegenden Schwungmaßenseite gegenhalten !! )

Am Polrad ( Rotor ) ist eine schlitzförmige Markierung für den Zündzeitpunkt.
Am Stator eine punktförmige OT Markierung
UND
weiters eine punktförmige Markierung 10 mm vor OT !
Wenn Markierungen fluchten, Schraube festziehen.
Die Montage ist sehr einfach.
lg
Widi

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