Verlorengegangene Pferde suchen... BDG250 L

Fragen, Antworten, Diskussion
Antworten
_Jch_
Beiträge: 7
Registriert: 10 Apr 2020: 20 37

Verlorengegangene Pferde suchen... BDG250 L

Beitrag von _Jch_ » 10 Apr 2020: 20 49

IMG-20200410-WA0009.jpeg
Frische Ausgangssperrenpolitur
IMG-20200410-WA0009.jpeg (502.3 KiB) 1349 mal betrachtet
Hallo,

Mein Vater und ich haben vor 6 Jahren die BDG 250L gekauft und restauriert. Leider blieb sie immer ein Kurzstreckenfahrzeug und wurde nie in Funklöcher navigiert, wenn man alleine fuhr. Man könnte ja im Funkloch liegen bleigen und ewig auf einem helfenden Abschlepper warten.

Dank der Ausgangssperre habe ich jetzt die Zeit gefunden, mich mal ranzusetzen.
Mein erster ansatz wäre jetzt den Endschalldämpfer aufzuschrauben und zu reinigen. Aber ich kriege das Teil einfach nicht auf. Ich lasse jetzt noch über Nacht den Rostlöser einwirken.

Ist es korrekt, dass ich dieses 4-Stern-Konstrukt im Uhrzeigersinn nach innen (in Richtung Krümmer) drehen muss, damit ich die Tüte auseinanderziehen kann?!
IMG-20200410-WA0020.jpeg
Wie oeffnen?
IMG-20200410-WA0020.jpeg (140.31 KiB) 1349 mal betrachtet
Weil vor 6 Jahren wurde der Auspuff nicht gereinigt.


Ein Kumpel von mir meinte, ich solle nicht das Synthetische Öl, was aus meiner 125er Zeit noch übrig ist fahren, sondern Mineralisches. Motul empfiehlt das 100 2T. Im Mome t fahre ich noch die Reste vom Motul 510 2T

Mein nächster Gedanke wäre, den Vergaser nicht nach Bauchgefühl von irgendwelchen Sammlern abstimmen zu lassen, sonder z.B. von Pirtate Racing auf dem Rollenprüfstand ausmessen lassen.
Was meint Ihr dazu?

Im Moment läuft sie nur 80 Spitze und erreicht die Drehzahl einfach nicht. Auch nicht in niedrigeren Gängen.

Welcher Sprit ist zu empfehlen? 102 Oktan von Aral? Bleizusatz ja oder nein? E10 gut oder schlecht?

Könnt ihr mich ein bisschen aufklären? In der Zwischenzeit versuche ich mich einzulesen

Grüße

Jch

Christian Wolf
Beiträge: 381
Registriert: 18 Jul 2003: 22 05
Wohnort: Zimmern

Re: Verlorengegangene Pferde suchen... BDG250 L

Beitrag von Christian Wolf » 14 Apr 2020: 09 02

Servus Jch

Erst mal was positives, sieht gut aus deine L.
Dann hätte ich ein paar Fragen.
Ihr wisst das ihr einen Doppelkolben Motor habt?
Ihr wisst auch das der 10,5PS bei nur "3600" U/min hat? Oder lass es 3800 sein, immer noch sehr wenig im Vergleich zu anderen.
Das der Doppelkolben sehr empfindlich auf zu magere Bedüsung reagiert und sofort klemmt oder festgeht bei zu kleiner Düse?
Das ihr einen Motor habt mit "unten was drin" habt, der sehr gut für Seitenwagenbetrieb geeignet ist, gutes Durchzugsvermögen am Berg hat,
aber nicht der schnellste ist?
Die Werksangaben sind für die L 95 Km/h Maximalgeschwindigkeit aufrecht sitzend, mit Seitenwagenübersetzung 80 Km/h.
Ich weis nicht ob ihr den Motor selbst restauriert habt. Ich vermute mal nicht.
Es könnte sein das derjenige der den Motor verkauft hat aus Sicherheitsgründen eine größere Hauptdüse verbaut hat oder die eingebaute etwas aufgebohrt hat. Damit hat er einfach die Sicherheit das dem Käufer kein Klemmer beim Fahren passiert und er keinen Stress nach dem Verkauf damit hat.
An deiner Stelle würde ich erst mal die Hauptdüse überprüfen was da draufsteht. Sollte es der richtige Wert (110) sein und ihr erereicht nur 80 Km/h
würde ich mir bei Weisswange oder Oldtimer Greiner eine 110er Düse kaufen und diese probieren.
Zusätzlich könnte man noch im Vorfeld den Zündzeitpunkt prüfen und die Funktion des Fliehkraftverstellers. Zuwenig Frühzündung mindert die Leistung und die Drehzahl.
Den Auspuff würde ich erstmal in Ruhe lassen. Sollte es ein orginaler sein ist er nicht weiter zerlegbar. Die Endkappe hinten ist normalerweise verlötet und nicht abnehmbar.
Heutiges Superbenzin ist vollkommen ausreichend. Öl genügt mineralisches. Mischung 1:25 oder 1:35. 1:40 vieleicht noch.
Weiter hoch würde ich nicht gehen wegen der Gleitlager am Kolbenbolzen. Die mögen mehr Öl als Nadellager.
Das ist das was ich machen würde. Mehr wie 95 werdet ihr nicht erreichen, das ist einfach so. Wollt ihr schneller fahren müsst ihr einen SL Aluzylinder mit 26er Vergaser "besorgen" oder euch eine Adler, modernere Zündapp oder sonstwas kaufen.
Es gibt natürlich noch mehr Gründe warum nur 80 rauskommen (Seitenwagenübersetzung?), aber das wären für mich die grundlegenden Sachen die es zu überprüfen gilt.
Ciao
Christian (sowas wie irgendein Sammler)

_hiha
Beiträge: 129
Registriert: 14 Jan 2008: 10 45
Wohnort: München

Re: Verlorengegangene Pferde suchen... BDG250 L

Beitrag von _hiha » 15 Apr 2020: 13 44

Entspricht genau meiner Ansicht, schließe mich also ganzheitlich an. :mrgreen:

Gruß
Hans

_Jch_
Beiträge: 7
Registriert: 10 Apr 2020: 20 37

Re: Verlorengegangene Pferde suchen... BDG250 L

Beitrag von _Jch_ » 15 Apr 2020: 21 35

Christian Wolf hat geschrieben:
14 Apr 2020: 09 02
Erst mal was positives, sieht gut aus deine L.
Danke, freut mich :D
Christian Wolf hat geschrieben:
14 Apr 2020: 09 02
Ihr wisst das ihr einen Doppelkolben Motor habt?
Ihr wisst auch das der 10,5PS bei nur "3600" U/min hat?
ja, das ist mir beides bewusst. Ich weiß, dass jeder Diesel heutzutage höher dreht, aber ich bezweifle einfach, dass das Moped über 3200RPM dreht. Und an die 13PS Zeit von 16 bis 18 kann ich mich noch erinnern, was da der hochdrehzahlzweitakter Bergauf geleistet hat bei halbem Hubraum und längerer Übersetzung. (Aber ich will jetzt das Neumodische 2000er Jahre Gerät nciht mit dem alten Eisen vergleichen)
Christian Wolf hat geschrieben:
14 Apr 2020: 09 02
Das der Doppelkolben sehr empfindlich auf zu magere Bedüsung reagiert und sofort klemmt oder festgeht bei zu kleiner Düse?
Das hat mein Vater vor 10 Jahren beim einfahren des neu geschliffenem Zylinders festgestellt. Aber seitdem keine weiteren Probleme gehabt, weil ich auch auf die Temperatur vom Zylinder achte und versuche ihn nicht heisszufahren.
Christian Wolf hat geschrieben:
14 Apr 2020: 09 02
Das ihr einen Motor habt mit "unten was drin" habt, der sehr gut für Seitenwagenbetrieb geeignet ist, gutes Durchzugsvermögen am Berg hat,
aber nicht der schnellste ist?
Das mit den "hervorragenden Bergsteigeigenschaften" geworben wird ist mir bewusst und ich muss schon sehr darüber schmunzeln. mit 50km/h einen leichten Berg (ich schätze keine 10% Steigung) im 3. Gang? (Vergleich: Hercules K125 Military (1978) mit 12PS fährt das mit 70km/h hoch)
Mit Beiwagen wäre es warscheinlich der 2. Gang.
Anderer Berg mit einer Spitzensteigung von 25%: Ich musste mal im 1. Gang hoch, weil ich mich vom 3. in den 2. verschalten hatte(Leerlauf erwischt). Aber vom 1. in den 2. nach der 25% Spitze hochschalten konnte ich vergessen. Da musste ich mich im 1. Gang gar hochquälen bis der Berg endlich zuende war.
Christian Wolf hat geschrieben:
14 Apr 2020: 09 02
Die Werksangaben sind für die L 95 Km/h Maximalgeschwindigkeit aufrecht sitzend,
Genau. Das sollte doch zumindest kurzzeitig erreichbar sein? Nichmal wenn ich mich wie auf einem Joghurtbecher hinsetze, kommt die Nadel an/über 85 km/h.
Christian Wolf hat geschrieben:
14 Apr 2020: 09 02
Ich weis nicht ob ihr den Motor selbst restauriert habt. Ich vermute mal nicht.
Nein, wurde in Hamburg gemacht von einem Triumph Werksmonteur.
Christian Wolf hat geschrieben:
14 Apr 2020: 09 02
An deiner Stelle würde ich erst mal die Hauptdüse überprüfen was da draufsteht. Sollte es der richtige Wert (110) sein und ihr erereicht nur 80 Km/h
würde ich mir bei Weisswange oder Oldtimer Greiner eine 110er Düse kaufen und diese probieren.
An die 270er Nadeldüse kann ich mich noch erinnern vom Vergaserreinigen am WE, aber die anderen 2 Düsen habe ich nicht mehr im Kopf. Das muss ich mal nachschauen. Ich Berichte...
Christian Wolf hat geschrieben:
14 Apr 2020: 09 02
Zusätzlich könnte man noch im Vorfeld den Zündzeitpunkt prüfen und die Funktion des Fliehkraftverstellers. Zuwenig Frühzündung mindert die Leistung und die Drehzahl.
Den Zündzeitpunkt muss ich mal kontrollieren. Der Fliehkraftversteller funktioniert, aber bei welcher Drehzahl dieser schaltet, weiß ich nicht.
Christian Wolf hat geschrieben:
14 Apr 2020: 09 02
Den Auspuff würde ich erstmal in Ruhe lassen. Sollte es ein orginaler sein ist er nicht weiter zerlegbar. Die Endkappe hinten ist normalerweise verlötet und nicht abnehmbar.
Das war eh keine Schraube, nach der ich Gefragt habe. Auf dem Gewinde hätte eine Sicherungsmutter sein sollen. Den Auspuff konnte ich noch zerlegen und habe ca. ein Schnapsglas an Ruß mit der Ofenbürste herausbekommen aus Krümmer und Dämpfer. Jetzt hört sie sich nicht mehr so dumpf an und in Verbindung mit dem Vergaserreinigen scheint es 5 km/h am Berg gebracht zu haben. Jetzt läuft sie auf meinem Referenzberg mit 55km/h hoch.
Christian Wolf hat geschrieben:
14 Apr 2020: 09 02
Heutiges Superbenzin ist vollkommen ausreichend. Öl genügt mineralisches. Mischung 1:25 oder 1:35. 1:40 vieleicht noch.
Weiter hoch würde ich nicht gehen wegen der Gleitlager am Kolbenbolzen. Die mögen mehr Öl als Nadellager.
OK, im Moment fahre ich noch 1:20 und habe schon öfters überlegt auf 1:30 zu gehen. Das sollte erstmals ein bisschen weniger Rauch und Kohle bringen, aber nix an der Leistung oder dem Verschleiß ändern oder??
Christian Wolf hat geschrieben:
14 Apr 2020: 09 02
Wollt ihr schneller fahren müsst ihr einen SL Aluzylinder mit 26er Vergaser "besorgen" oder euch eine Adler, modernere Zündapp oder sonstwas kaufen.
Nein Danke. Die 250 L sollte schon so bleiben.
Christian Wolf hat geschrieben:
14 Apr 2020: 09 02
(Seitenwagenübersetzung?)
Ich glaube nicht, dass diese mal mit Seitenwagen unterwegs war. Aber wissen tut das keiner.
Aber mit Seitenwagenübersetzung sollte sie zumindest am Berg einen besseren Eindruck machen.

Meine Kumpels fahren Hercules K125 Military und Honda MT8. Ja, es sind beides deutlich neuere und höherdrehende Maschinen, aber beide lassen mich am Berg stehen. Obwohl ich doppelt so viel Hubraum habe. Darum vermute ich, dass die BDG deutlich besser fahren könnte.

Ich will einfach auf der Landstraße im Verkehr mitschwimmen und nicht von 7,5 Tonnern überholt werden.

Grüße
Jan

_Jch_
Beiträge: 7
Registriert: 10 Apr 2020: 20 37

Re: Verlorengegangene Pferde suchen... BDG250 L

Beitrag von _Jch_ » 15 Apr 2020: 21 40

_Jch_ hat geschrieben:
10 Apr 2020: 20 49
Mein Vater und ich haben vor 6 Jahren die BDG 250L gekauft und restauriert.
Ich korrigiere: es war vor 10 Jahren. 2010 gab es die Neuabnahme vom TÜV

_Widi
Beiträge: 115
Registriert: 02 Jun 2013: 17 01

Re: Verlorengegangene Pferde suchen... BDG250 L

Beitrag von _Widi » 15 Apr 2020: 22 00

Möchte 2 Punkte zu den verlorenen Pferden anmerken :

Ich würde mal den Krümmer abnehmen und den Auspuffschlitz im Zylinder kontrollieren, ob dort Ablagerungen sind.
Sollte der Motor Getriebeöl verbrennen, könnten die Ablagerungen den verbleibenden Querschnitt und die Leistung mindern .

Weiters könntest du die Zündkerze rausnehmen und den Arbeitsdruck messen .
Meine BD250 drückt 6,5 bar,
sollte die BDG wesentlich weniger haben, wird die Nennleistung ebenfalls nicht erreicht .

Super Plus mit 102 Oktan oder verbleites Flugzeugbenzin mit 105 Oktan ( wie ich es verwende )
macht nur Sinn , wenn man MEHR Leistung will und dementsprechend mehr Frühzündung einstellt, sodaß der Motor gerade nicht klingelt .

Die Drehzahl, Hitzeentwicklung und der Verbrauch geht jedoch dann ebenfalls in die Höhe.
Wenn man es übertreibt, sind die Kolben massakriert .
Die Frage der Sinnhaftigkeit muß man sich dann stellen,
es sollte zumindest ein Ersatzmotor ( mit guter KW und neuen Kolben ) im Regal stehen,
der dann auch sicher nötig sein wird .


lg
Widi

Christian Wolf
Beiträge: 381
Registriert: 18 Jul 2003: 22 05
Wohnort: Zimmern

Re: Verlorengegangene Pferde suchen... BDG250 L

Beitrag von Christian Wolf » 16 Apr 2020: 13 29

Hi Jan
ich wollte nur wissen was du über dein Moped weist.
Weis jetzt auch nicht wo ich anfangen soll. vieleicht mal bei der Zündung. Das sollte schon passen. Der Fliehkraftversteller ist eigentlich ein Witz. Das darf man sich nicht so vorstellen das der irgendwas großartig regelt. Der ist einfach nur da das sie beim anlassen nicht zurückschlägt. Sobald der Motor angesprungen ist macht der eigentlich sofort voll auf und du hast volle Frühzündung.
Wichtig ist halt das du beim Zündung einstellen die Gewichte voll aufmachst. Also ein Hölzchen reinklemmen oder so. das er eben auf volle Frühzündung dreht. Wenn der so steht kannst du die Zündung auf den Wert einstellen der angegeben ist. ich glaub 8mm vor OT.
Das kann man mit einem Bleistift z.b. machen weil das Kerzenloch schräg ist. Mit Messuhr geht da nix. Also motor auf OT drehen und Markierung am (senkrechten) Bleistift machen. Dann eine Markierung 8mm weiter oben am Bleistift machen und den Motor dann entgegen der Drehrichtung auf die Markierung drehen. Da sollte dann der Unterbrecher abheben. Geht mit Prüflampe, aber das will ich jetzt nicht auch noch erklären. Mit zigarettenpapierle gehts auch. Soo kritisch ist das nicht.
Unterbrecher muss auch stimmen, aber das sollte Grundwissen sein. Wenn da was nicht stimmt kommst du auch nicht auf die nötige Vorzündung. (Unterbrechernocken abgenutzt z.b.)
Dann, wie schon erwähnt, die Bedüsung überprüfen. also die vorgeschriebene 110er sollte es schon sein. Da an Düsen oft rumgefummelt wird würde ich mir sicherheitshalber eine neue besorgen.
Also die Düse und oder die Zündung sind die Hauptgründe wenn deine BDG nicht ausdreht. und auch (die Düse) der Grund wenn dein Auspuff zuschlonzt.
Ob jetzt 1:20 oder 1:30-40 ist nicht so gravierend. Ich fahr auch gerne 1:20-25. Einfach weil der Motor eine Thermische Kathastrophe ist und das Öl das unverbrannt durch den Auspuff marschiert auch eine gewisse Menge Wärme aus dem Motor mit abführt. Musst es ja nicht der Greta erzählen.
Ansonsten musst du dich mit der Kiste halt vertraut machen. Gewisse Sachenn müssen halt einfach passen und dann ist es eine vollgasfeste Gebrauchsmaschine. Der Motor ist auch über die Steuerzeiten abgeriegelt so das er bei seinen 3800 oder 4000 einfach dicht macht. Der SL Motor hat wesentlich höhere Zeiten und dreht auch weiter aus. Dafür zieht deine L besser am Berg.
Mit einer BW Hercules kannst das nicht vergleichen. Da liegen über 20 Jahre Entwicklung dazwischen und auch noch 50KG Gewicht.
Aber wenn die L richtig geht machst du die am Berg nass. Wirst sehen.
Schwimmer solltest du auch mal prüfen ob er dicht ist und ob die Schwimmernadel in der kerbe hängt. Luftfilter auch mal auswaschen mit Benzin. Kann nie schaden.
Wenn der Mann in Mölln alles richtig gemacht hat beim Zylinderschleifen sollte das gut funktionieren. Er hat mir auch einen L Zylinder geschliffen für GPM Kolben und es hat gepasst. Ganz blöd ist der nicht.
Benzinhahn würde ich auch auf ausreichend Durchfluss prüfen. Wenn da zuwenig kommt bzw Dreck drin ist ist der Klemmer oder Fresser vorprogramiert.
Wie auch schon gesagt, der Doppelkolben ist da sehr empfindlich auf zu mager. Ein Einkolben Motor bleibt einfach weg wenn er zu mager ist, der Doppelkolben rennt aber mager auch noch munter weiter, überhitzt dabei und geht fest.
Also dann mach mal und berichte.
ciao
Christian

Und weil sie so schön ist, ein Bild von meiner.
Triumph6.JPG
Triumph6.JPG (181.74 KiB) 1260 mal betrachtet

_Jch_
Beiträge: 7
Registriert: 10 Apr 2020: 20 37

Re: Verlorengegangene Pferde suchen... BDG250 L

Beitrag von _Jch_ » 16 Apr 2020: 20 07

_Widi hat geschrieben:
15 Apr 2020: 22 00
Ich würde mal den Krümmer abnehmen und den Auspuffschlitz im Zylinder kontrollieren, ob dort Ablagerungen sind.
Sollte der Motor Getriebeöl verbrennen, könnten die Ablagerungen den verbleibenden Querschnitt und die Leistung mindern .
Ja, der Auspuffschlitz wart ein bisschen verkokt, aber nicht so, dass ich darin rumstochern wollte. Ich denke, dass kein Getriebeöl verbrannt wird, weil der Ölstand schön konstant ist.
_Widi hat geschrieben:
15 Apr 2020: 22 00
Weiters könntest du die Zündkerze rausnehmen und den Arbeitsdruck messen .
Meine BD250 drückt 6,5 bar,
vom Fußgefühl her ist ausreichend kompression vorhanden. Nachgemessen habe ich es nicht, da ich kein Werkzeug dazu habe. Aber das kann ich bestimmt mal ausleihen. Gute Idee

_Widi hat geschrieben:
15 Apr 2020: 22 00
macht nur Sinn , wenn man MEHR Leistung will und dementsprechend mehr Frühzündung einstellt, sodaß der Motor gerade nicht klingelt .
Dann bleibe ich weiterhin beim Super 98 Oktan ohne E10
_Widi hat geschrieben:
15 Apr 2020: 22 00
Die Frage der Sinnhaftigkeit muß man sich dann stellen,
es sollte zumindest ein Ersatzmotor ( mit guter KW und neuen Kolben ) im Regal stehen,
der dann auch sicher nötig sein wird .
Bitte nicht falsch verstehen. Ich will keine Mehrleistung. Ich will weder eine Rennmaschine noch eine Tunigbude daraus machen. Ich will nur feststellen, ob der Ofen nun 7 PS oder 10 PS hat. Und wennmöglich auf die 10 PS mit angemessenen MItteln wieder hocharbeiten.
Ich will auch keine 12PS und Aluzylinder o.ä.

In der Gegend steht gerade eine fast fertige Boss für 6500€ wenn ich wirklich mehr Leistung will...

Christian Wolf hat geschrieben:
16 Apr 2020: 13 29
ich wollte nur wissen was du über dein Moped weist.
verständlich
Christian Wolf hat geschrieben:
16 Apr 2020: 13 29
Der Fliehkraftversteller ist eigentlich ein Witz. Das darf man sich nicht so vorstellen das der irgendwas großartig regelt. Der ist einfach nur da das sie beim anlassen nicht zurückschlägt. Sobald der Motor angesprungen ist macht der eigentlich sofort voll auf und du hast volle Frühzündung.
Interessant. Das macht aber auch Sinn. Mein (Altags-)Moped macht sowas übers Steuergerät und regelt wirklich^^
Die Zündung muss ich mal kontrollieren. Wie man mit einem Multimeter und Durchgansprüfer arbeitet, weiß ich. Ich bin Elektroniker
Christian Wolf hat geschrieben:
16 Apr 2020: 13 29
Dann, wie schon erwähnt, die Bedüsung überprüfen. also die vorgeschriebene 110er sollte es schon sein. Da an Düsen oft rumgefummelt wird würde ich mir sicherheitshalber eine neue besorgen.
OK. Die Düse sollte mich nicht in den Finanziellen Ruin treiben
Christian Wolf hat geschrieben:
16 Apr 2020: 13 29
Einfach weil der Motor eine Thermische Kathastrophe ist und das Öl das unverbrannt durch den Auspuff marschiert auch eine gewisse Menge Wärme aus dem Motor mit abführt. Musst es ja nicht der Greta erzählen.
Ähm das geht jetzt gegen mein Versändniss der Verdunstungskühlung. Ich dachte je weniger Öl im Sprit ist, desto besser wird die Wärme abgeführt, da Öl die Wärme einerseits schlecht leitet, andererseits nicht wirklich verdunstet.

Die Greta habe ich beim Auspuffreinigen schon sehr stark meckern gehört. Aber die höre ich jedes mal, wenn ich den Benzinhahn öffne und die Schwimmerkammer flute^^
Christian Wolf hat geschrieben:
16 Apr 2020: 13 29
Mit einer BW Hercules kannst das nicht vergleichen. Da liegen über 20 Jahre Entwicklung dazwischen und auch noch 50KG Gewicht.
Aber wenn die L richtig geht machst du die am Berg nass. Wirst sehen.
die Hercules ist schon auch ein Eisenschwein. Ja die ist deutlich neuer, aber sollte doch am Berg einen Hubraumnachteil haben. Dachte ich.
Ich bin gespannt ob ich die nass machen werde. Eigentlich will ich ja nur mithalten und nicht wie jetzt hinterherhächeln
Christian Wolf hat geschrieben:
16 Apr 2020: 13 29
Schwimmer solltest du auch mal prüfen ob er dicht ist und ob die Schwimmernadel in der kerbe hängt.
Da habe ich eine Vertändnissfrage. Das ist mir schon beim Vergaserreinigen in den Kopf gegangen. Wie kann das Teil überhaupt dicht sein? Ist die Nadel von dem Innenleben getrennnt? Weil die Nadel ist ja nur über 2 Federstäbchen gehalten. Da ist ja keinerlei Abdichtung vorhanden. Oder ist die Nadelführung inder Schwimmerkammer mit einem Tunnel abgedichtet?
Das Teil muss ich mal ins Wasser halten wie es das Handbuch vorschreibt.
Christian Wolf hat geschrieben:
16 Apr 2020: 13 29
Luftfilter auch mal auswaschen mit Benzin. Kann nie schaden.
Gibt es da einen Trick wie der aufgeht oder ist das ein "Einwegfilter"? Ich sehe nix zum öffnen. Aber wenn ich mit dem Mund dran sauge bzw. reinpuste, habe ich keinen merklichen Widerstand.
Christian Wolf hat geschrieben:
16 Apr 2020: 13 29
Benzinhahn würde ich auch auf ausreichend Durchfluss prüfen. Wenn da zuwenig kommt bzw Dreck drin ist ist der Klemmer oder Fresser vorprogramiert.
Benzinhahn hatte gut Durchfluss, aber jetzt ist ein neuer drin, weil beim alten die Reservestellung nicht funktioniert hat. Also egal ob "offen" oder "Reserve" es kam immer Sprit raus. Da ist das Röhrchen abgebrochen gewesen. Der neue liefert genauso viel Sprit wie der alte.


Schönes Töff. Ist das original, dass die weniger Chrom und Handlinierung hat als meine?

Danke an Widi und Christian für die Hilfe und die vielen vielen Tipps.

Ich hoffe, ich komme am WE ein bisschen zum schrauben und einstellen. Ich bestelle mal eine 110er Düse und werde definitiv berichten.

Grüße
Jan

Andreas Pfeiffer
Beiträge: 392
Registriert: 04 Okt 2006: 21 06
Wohnort: Fellbach-Oeffingen

Re: Verlorengegangene Pferde suchen... BDG250 L

Beitrag von Andreas Pfeiffer » 18 Apr 2020: 10 07

Guten Morgen meine freunde,
mein erster Gedanke ist die Übersetzung,warscheinlich ist eine Beiwagenübersetzung eingebaut.

Hat sie einen kräftigen aber kurzen Anzug ?

DEA

_Jch_
Beiträge: 7
Registriert: 10 Apr 2020: 20 37

Re: Verlorengegangene Pferde suchen... BDG250 L

Beitrag von _Jch_ » 20 Apr 2020: 16 24

Hallo zusammen,

gestern konnte ich ein bisschen rumdoktoren.

Vergaserbedüsung passt und wurde laut meinem Vater auch nicht dran rumexperimentiert. Es liegen die 105 und 115er Düsen noch daheim in der Kiste und die 110er ist montiert. Die wurden auch nicht aufgebohrt. Ansonsten sind noch die 270er und 55er Düse verbaut. ==> Passt

Schwimmer ist auch dicht. ==> Passt
Andreas Pfeiffer hat geschrieben:
18 Apr 2020: 10 07
mein erster Gedanke ist die Übersetzung,warscheinlich ist eine Beiwagenübersetzung eingebaut.

Hat sie einen kräftigen aber kurzen Anzug ?
Nein. Ist ein ganz weicher Anzug. Kurz ist relativ. Wäre eine Beiwagenübersetzung verbaut, müsste sie doch am Berg sehr gut gehen.
Motorritzel hat 17 Zähne (Solo) und keine 16 (Beiwagen) ==> Passt

Hinteres Kettenrad habe ich nicht kontrolliert. Das habe ich optisch nicht kontrollieren können ohne die Einhausung wegzubauen. Vielleicht kontrolliere ich das mal. Aber man könnte doch davon ausgehen, dass wenn Beiwagenumbau mal dran war, dass dann nur beide Ritzel gleichzeitig getauscht wurden. ==> muss noch erledigt werden

Zylinderdruck wurde noch nicht gemessen ==> muss noch erledigt werden

Kerbe 2 von der Nadeldüse ist drin ==> Passt

Zündunterbrecher: Mehr als 0,3mm und weniger als 4,2mm. Ich habe keine anderen Lehren daheim, aber ich schätze es ist knapp unter 0,4mm. Soll 0,3 bis 0,4 ==> Passt

Zündzeitpunkt: Keine Ahnung. Ich habe immer durchgang. Egal wie weit ich drehe. die 8mm habe ich bis zum UT gedreht, aber es war immer Durchgang. Mein Vater meint, es wurde auf elektronische Zündung umgebaut. Ich sehe aber nur die elektronische LiMa-Regelung,aber die Zündung sieht noch original aus.
Leider ist im Handbuch die Zündung nicht weiter beschrieben.
Auch die Unterbrecherkontakte sehen sehr sauber aus. Keine Brandspuren oder Ruß

Also ein bisschen was konnte ich beweißen, dass es passt, aber es sind noch Baustellen offen. Die größte ist die Zündung. Da wollte ich zwar eine Nacht drüber schlafen, aber mir ist noch keine Idee gekommen, warum es nicht geht.

Meine nächste Idee: Es gibt bestimmt eine App in der man das Gewicht des Gefährtes mit Fahrer eingeben kann und anhand der Beschleunigung im 3. Gang von Standgas bis Maximum anhand der GPS Daten errechnen kann. Das bei Windstille und ebener fläche könnte einen annähernden echten Wert ausspucken. Das dann mit der Hercules Military vergleichen, ob die an die 12 PS kommt und ich habe einen verlässlichen Vergleichswert. :idea:

Grüße
Jan

Christian Wolf
Beiträge: 381
Registriert: 18 Jul 2003: 22 05
Wohnort: Zimmern

Re: Verlorengegangene Pferde suchen... BDG250 L

Beitrag von Christian Wolf » 21 Apr 2020: 11 08

Nun Gut, es fehlen offensichtlich diverse Grundkenntnisse. Macht ja nix, muss ja nicht jeder alles wissen.
Da du nicht in der Lage bist zu erkennen ob die Zündung elektronisch ist und diese auch nicht einstellen kannst würde ich eine einfache Methode vorschlagen. Wie du auf dem einen Bild sehen kannst ist an der Grundplatte der Zündung ein Langloch. Wenn du die Schraube löst die man auf dem Bild sieht, und eine selbige auf der Unterseite der Grundplatte, kannst du die Platte nach links drehen. Das sieht dann so aus wie auf dem Bild. Dann hast du die maximal an der Grundplatte einstellbare Vorzündung. Mach das mal und mach einen Fahrversuch. Dann musst du beobachten was passiert, was hat sich geändert, besserer Anzug oder nicht, höhere Endgeschwindigkeit oder nicht, deutlich hörbares Klingel oder Klappergeräusch aus dem Zylinder beim Beschleunigen bzw Gashahn voll aufdrehen.
Sollte ein Klingeln aus dem Zylinder deutlich auftreten dann langsam wieder heimfahren und mit etwas weniger linksdrehung der Grundplatte erneut Fahrversuch. Bei richtiger Vorzündung kann das Klingeln auch auftreten bei Beschleunigung am Berg z.b. Das ist aber Konstruktionsbedingt und nicht schlimm sofern es bei weniger Belastung wieder verschwindet. Dauerhaft, also immer, wäre natürlich ungünstig.
Also. das ist die Holzhammermethode aber sie bringt erstmal Ergebnisse.

Kompression messen ist beim Zweitakter relativ sinnfrei. Sie sagt eigentlich nichts aus und ist nicht mit anderen Motoren vergleichbar.
Man kann damit seinen eigenen Motor vergleichen, mehr aber auch nicht.
Der Wert ist abhängig von Temperatur, Steuerzeit vom Auslass, Wie schnell man den Motor durchdreht, Ölanteil im Sprit usw. Also ein sehr individueller Wert. Wird eigentlich nur bei Viertaktern benutzt um die einzelnen Zylinder eines Motors zu vergleichen.

Eine App gibt es. Such mal nach GSF Dyno. Damit kann man Leistung im Fahrversuch ermitteln. Man braucht aber einen MP3 Player dazu und noch einiges. Glaub nicht das du dir das antun willst.

Die beste App ist immer noch die Zündapp. (Scherz)

Auf einem Bild sieht man noch den Fliehkraftregler wie er mit einem herumliegenden Zweig auf maximale Frühzündung blockiert ist.

Ich hoffe ich habe mich nicht allzu ehrlich ausgedrückt. Mir wäre noch mehr eingefallen. Manche leute vertragen das nicht. Aber ich sag halt was ich denke.


00100dPORTRAIT_00100_BURST20200421105051085_COVER.jpg
00100dPORTRAIT_00100_BURST20200421105051085_COVER.jpg (250.22 KiB) 1162 mal betrachtet
IMG_20200421_105123.jpg
IMG_20200421_105123.jpg (261.88 KiB) 1162 mal betrachtet
IMG_20200421_105226.jpg
IMG_20200421_105226.jpg (268.58 KiB) 1162 mal betrachtet

Antworten