Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

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_Eddie
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Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von _Eddie » 05 Apr 2014: 16 44

Hallo Leute,
nachdem ich nun an allen möglichen Kunden-Triumph rumgeschraubt habe ist der Virus übergesprungen und ich bin nun stolzer Besitzer einer BDG 250 L von 1954. Sie stand zusammen mit zwei Zündapp DB 200 (1 x 1950 mit Telegabel und 1 x 1949 komplett zerlegt mit Trapetzgabel, wobei ich mir noch nicht sicher bin ob die Gabel so heisst) über 40 Jahre in einem finsteren Keller. Das konnte ich natürlich nicht verantworten und musste die Babys retten! :)

Die beiden Zündapp sehen nicht so gut aus, aber die Triumph hat eine sehr gute Basis und ist noch im absoluten Originalzustand den ich auch weitestgehend erhalten will. Da wir am 11. Mai dieses Jahres unseren Hochzeitstag haben beschlossen wir den nach Möglichkeit mit der Triumph zu verbringen. Motor, Gabel, Elektrik etc. ist ja alles Routine. Wo ich mir aber im Moment richtig die Zähne ausbeisse ist beim Ausbau der hinteren Ankerplatte. Die hintere Bremse war fest. Mittlerweile kann ich zwar das Rad drehen, aber ich bekomme die Ankerplatte nicht raus. Hat hier jemand Tips wie ich die materialschonend rausbekomme?

Ich bin für jeden Tip dankbar! :D

Christian Wolf
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Re: Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von Christian Wolf » 05 Apr 2014: 16 54

Da sind zwei Einstellschrauben für die Bremsbeläge, Sechskant Sw 14. Mal an denen drehen. Die drücken die Backen an die Trommel, also müssen sie irgendwann sich nicht mehr drehen lassen. Dann eben wieder zurückdrehen so dass die Beläge zurück können.
Wenn der Bremszylinder fest ist nützt das dann auch nicht viel, aber du kannst es ja mal probieren.
Ansonsten Bremsschlauch wegschrauben am Rad. Ich hatte schon brüchige, da haben die rissigen Gummiteile wie ein Ventil gewirkt und der Druck konnte nicht mehr weg.
Wenn alles nicht hilft musst du halt solang hin und her würgen bis sich was löst.

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_Eddie
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Re: Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von _Eddie » 05 Apr 2014: 17 02

Danke, dann bin ich schon beim würgen. :D Die Exenderbolzen habe ich schon ausgemittelt sodas die Backen ganz nach innen können. Bremsschlauch habe ich auch schon ab da der nach 40 Jahren innen mit Sicherheit aufgequollen ist. Nix rührt sich. Grmpfh.

Was lustiges am Rande: als ich die Fahrzeuge holte habe ich die Reifen aufgepumpt in der Sicherheit sie daheim wieder aufpumpen zu müssen. Das war vor ca. 4 Wochen. Die halten die Luft immer noch. Wenn ich mir da heutige Schläuche ansehe könnte ich heulen.

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_Eddie
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Re: Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von _Eddie » 05 Apr 2014: 17 47

Hier mal ein Bild von der Triumph. Das dürfte wohl der Auslieferungszustand sein. Wer andere Info hat möge mir das bitte mitteilen.
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Andreas Pfeiffer
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Re: Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von Andreas Pfeiffer » 05 Apr 2014: 21 43

Hallo,
die BDG sieht schön und original aus ,Mix da Motor noch ohne Leerlauffalle und dafür schon Alufelgen 1954/55
ist der Vergaser mit 2 Schrauben angeschraubt ,oder gesteckt Rundflansch ?

Zylinder Grauguß schwarz ,oder Alu ?

Gruß DEA

PS. die Bremsnocken müssen ganz offen sein, sonst kriegst du die Ankerplatte nicht raus, Keil mit der Ankerplatte nach Außen drehen.
Steckachse ganz rausziehen.

Christian Wolf
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Re: Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von Christian Wolf » 06 Apr 2014: 08 02

Wenn sich das Rad schon dreht ist das gut. Dann kannst du versuchen die Ankerplatte mit Geduld so rauszuziehen das sich die Beläge nicht verkeilen. Irgendwie halt versuchen dabei noch vieleicht einen Kolben vom Bremszylinder etwas zurück zu drücken. Ich weis, keine schöne Sache.
Leider muss die Ankerplatte erst raus damit du an die Schrauben kommst mit denen das Rad innen noch festgeschraubt ist.
Oder du machst die Kette auf und baust alles mitsamt Kettenkasten aus. Dann kannst du schonmal auf der Werkbank "würgen"
Die Schrauben vom Kettenkasten sind auch oft reingegammelt. Da hilft anwärmen immer, speziell bei Alu.
Schönes Moped, sieht noch gut aus.

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_Eddie
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Re: Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von _Eddie » 07 Apr 2014: 08 49

@ Andreas Pfeiffer: der Vergaser ist gesteckt. Bing 2/24/26. Es ist eine L mit Gußzylinder. Was meinst Du mit der Leerlauffalle? Da stehe ich im Moment ein wenig auf der Leitung.

Ja, sie dürfte original sein. Sie ist aus 1. Hand und lackmäßig wurde laut Aussage des Sohnes vom Vorbesitzer wohl nie etwas gemacht. Demzufolge müsste auch die Linierung noch werksmässig sein. Da bin ich ein wenig hin- und hergerissen. Auf der einen Seite gehöre ich bei Oldtimern zu den Anhängern von Originalität aber auf der anderen Seite hat sie natürlich ein paar Roststellen. Da werde ich mal an ein paar versteckten Stellen ausprobieren ob und wie ausbessern funktioniert. Kann mir hier jemand sagen welche Lacke Triumph damals verwendete; also auf welcher Basis die waren.

Frapierend sind die Unterschiede. Ich habe hier noch eine weitere BDG 250 H stehen die auch von 1954 ist. Die hat aber zum Beispiel noch eine mechanische Zündverstellung am Lenker, gänzlich andere Kotflügel (wobei die schon einmal überholt wurde und ich nicht weiss, ob die noch original sind), die Motorseitendeckel sind unterschiedlich (rechts natürlich durch den Hauptbremszylinder bedingt), die H hat vor dem Fahrersitzdämpfer noch einmal ein Typschild und die L nicht, die H hat Stahlfelgen und die L hat Alufelgen usw. usw. Da sind zig Kleinigkeiten unterschiedlich obwohl sie beide aus demselben Baujahr sind.

Andreas Pfeiffer
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Re: Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von Andreas Pfeiffer » 07 Apr 2014: 09 21

Hallo,
das kommt daher,dass Triumph 1954 den Modellwechsel vorgenommen hat ,in der Zeit ist fast alles möglich.
Fischschwanz_ Auspuff wurde durch Torpedoform ersetzt,aber noch an den L verbaut, Luftfilter wie H später dann die Büchse.
L= Fliehkraftregler H= Handzündverstellung,.........S/H wurden auf Wunsch weinrot geliefert , L/SL/BOSS/CORNET/125 er nur noch schwarz
außer 1 Werks CORNET für Werbezwecke in rot

Gruß DEA :D

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Re: Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von _Eddie » 07 Apr 2014: 11 39

Wie man sieht lernt man nie aus. Es ist zwar schon die eine oder andere Triumph durch meine Hände gegangen aber das waren bisher alles H-Modelle. Ist ja fast wie bei heutigen Fahrzeugen: 1 Baujahr - zig Unterschiede.

Andreas Pfeiffer
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Re: Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von Andreas Pfeiffer » 08 Apr 2014: 11 18

Die spätere Ausführung der BOSS sowie der SL ( 1955 /56) bekamen eine sogenannte Leerlauffalle die auf Höhe des Schalthebels direkt im Gehäuse verlaufend angebracht war . Es ist ein Hebel der mit dem linken Fuß nach unten getreten werden kann ,sobald die Kupplung gezogen wird. Der Hebel neutralisiert jeden Gang direkt im Getriebe ,sodass man immer im Leerlauf zwischen 1. + 2 .Gang ist.
Zum Fahren ist das super leicht, da man nicht an der Kreuzung lange herunterschalten muß ,sondern mit 1 Tritt das erledigt hat.

Die hatten wie die Hydr.Bremse ,komplett austauschbare Räder von Vorder / Hinter/ Beiwagenrad Damals schon ganz Gute Ideen. :D


Da gäbe es noch vieles zu erzählen, ich befasse mich seit 25 Jahren mit Triumph Modellen.

Gruß DEA :D

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Re: Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von _Eddie » 08 Apr 2014: 12 53

Das ist der Grund warum wir Oldies so lieben. Ich habe das seltene Glück das meine Frau auch mit dem Rostbazillus infiziert ist. Das erleichtert so manches. :D Technisch gesehen ist der Zweiradbereich aus den 40-er bis 60-er Jahren für uns sehr interessant, spannend und faszinierend. So manche Detaillösung zeugt davon das ein Motorrad damals weniger ein Prestigeobjekt sondern eher ein Fahrzeug für den Alltag war.

Den 11. Mai kann ich mir zwar mittlerweile knicken da die Hauptsaison im Zweiradbereich wieder zuschlägt aber naja dann dauert es eben ein wenig länger. Wegen der guten Originalsubstanz will ich das auch nicht übers Knie brechen. Da muss gut überlegt werden was und wie das gemacht wird. Da ist doch der eine oder andere Schaden dran der Zeit und Geld frisst. Bei den Kolben habe ich mittlerweile das volle Trickprogramm durch aber die wollen sich einfach nicht von den Zylindern trennen. Den Radbremszylinder habe ich auch mittlerweile mit allem möglichen eingeweicht sodas er sich mal davon überzeugen lässt wieder einzufahren aber der mag mich auch nicht. Also wird jetzt alles nochmals eingeweicht, verschlossen und ins Eck gestellt. Vielleicht hat sich bis zum Wochenende ja eines von beiden halbwegs gelöst.

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Re: Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von Andreas Pfeiffer » 08 Apr 2014: 21 39

Hi Eddi,

mit Rostlöser und Cola alles ausprobiert ?,anwärmen und zum Schluß noch der Holzpropfen in den Zylinder. reingeklopft.
Manchmal will einfach Garnichts klappen.
Ich richte mir gerade eine Bundeswehr BDG 250 L auf, das wichtigste ist mir dass ich die orig.Substanz erhalten bleibt .Deshalb wird der orig. Lack erhalten, Motor wurde gereinigt und Glasmehlgestrahlt, neu gelagert und mit neuen Dichtungen versehen.
Neue Reifen, neue Kette, Unterbrecher und Zündspule neu, Kabelbaum neu. Der Rest bleibt wie er ist.
Von diesen Triumph Militärversion gab es insgesamt nur 1180 Stück,und von denen sind europaweit nur 5 bekannt.
Meine bekommt wieder ihre Packtaschen und das volle Bundeswehr Programm aufgesattelt.
Super war ,dass die Bundeswehrsoldaten wohl jeden Freitag ihre Maschine einölen und alle Lager schmieren mussten. Alle Schrauben gingen Butterweich auf.

Freu mich schon im passenden Tarnanzug von 1954 aufs Oldietreffen zu fahren.
Gruß DEA :D
Ps. das Bild ist noch im Fundzustand
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Re: Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von _Eddie » 09 Apr 2014: 11 14

Klasse. So etwas bekommt man auch nicht alle Tage in die Finger.

Ja, ich bin auch eher ein Freund des Originalzustandes. Die andere BDG 250 H die ich hier habe ist fast komplett restauriert worden aber kurz vor Fertigstellung starb der Besitzer. Der Sohn stellte sie dann zur Fertigstellung zu uns. Sicherlich ist das ein bildschönes Motorrad aber irgendwie fehlt die Seele. Ich weiss nicht recht wie ich das schreiben soll aber da fehlt was. Das Motorrad ist schön, aber es erzählt nichts.

Sicherlich muss ich an unserer auch vieles ausbessern aber was geht bleibt original. Allein die originale Linierung ist es schon wert erhalten zu werden.

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Re: Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von Andreas Pfeiffer » 10 Apr 2014: 08 56

Es ist eben immer eine Glaubenssache ob man restauriert oder nicht.
Charme hat so eine alte Schmette im orig. Zustand natürlich mehr. Oft kommen dann diese fanatischen Originalitäts Schrauber zu Wort .

Was und wie weit ist orig. Getreu restauriert, was ist zu viel ? waren Schrauben verchromt ?.........

Ich denke ,der Trend geht weg vom Hochchrom ,zur dezenten Restauration.

gruß DEA


Deieses Problem hab ich mit meiner Bundeswehrkiste nicht, denn mit der fahr ich als erstes ins dreckige Gelände, dass Sie eine Patina bekommt. :D

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Re: Triumph BDG 250 L Baujahr 1954 hintere Bremse

Beitrag von _Eddie » 10 Apr 2014: 14 35

Richtig, das kann jeder nur für sich entscheiden was restauriert wird und was nicht. Bei den beiden Zündapp zum Beispiel sehe ich keinerlei Möglichkeit die original zu erhalten. Sicherlich ginge das, aber das ist wie beim essen: "das Auge isst mit". Und ich habe keine Lust dazu mit einem alten Gammelbock rumzufahren. Aber wie Du schon sagtest ist das Geschmackssache und die Entscheidung eines jeden einzelnen. Allerdings sollte man das dann bei anderen auch aktzeptieren wenn die Entscheidungen treffen die man so selber nicht getroffen hätte. Das ist ja auch das interessante an der Oldtimerei das sich so viele verschiedene Menschen mit verschiedenen Einstellungen begegnen. Die fanatischen Originalitätsfreaks mag ich nicht weil die neben der eigenen Meinung nichts anderes aktzeptieren.

Da habe ich in unserem Verein einen interessanten Fall mit Simson. Der Mann hat verschiedene Fahrzeuge dieser Marke und die sind alle soweit es tragbar ist original. Einmal kehrte er seine Werkstatt zusammen und stiess auf einen Rahmen einer S50. Was macht man damit? Noch ein wenig die Ecken der Werkstatt durchsucht und bis auf Kleinigkeiten kam fast ein komplettes Fahrzeug zusammen. Daraus haben wir dann eine Simson S50 aufgebaut wie er sie sich als Jugendlicher immer gewünscht hätte. Dabei kam ein wunderschönes Mokick heraus bei dem die Freaks die Nase rümpfen. Aber dafür ist der Besitzer seelig und muss jedes mal bis zu den Ohren zufrieden grinsen wenn er aufsteigt - und das ist doch das wichtige in unserem Hobby!

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