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ARDIE

(1919 - 1958)


Prospekt

Ardie Motoren Werk A.G., Fürther Straße 83, Nürnberg
Ardie Motoren Werk A.G., Preißlerstraße 15, Nürnberg


  Ardie, "die älteste Spezialfabrik für Motorräder"!

Zu Anfang (1919 bis 1926) wurden 288 cm3 und 305 cm3 (3 PS bei 2000 min-1 mit Hub/ Bohrungsverhältnis 75 / 72 mm) und 348 cm3 Einzylinder- Zweitaktmaschinen gefertigt.

Am 9.9.1922 kam der Firmengründer Arno Dietrich (Ardie) bei einer Testfahrt in Nürnberg, Rothenburger Straße ums Leben. Das Geschäft wurde vom jüdischen Rechtsanwalt Dr. Leo Bendit übernommen und in eine GmbH überführt.

Die bisherige Darstellung hier und in der Literatur, nach der im Jahre 1933 Dr. Bendit von Hans Barthel, einem Schwager von Georg Schäfer (Kugelfischer) verdrängt wurde und 1942 Dürkopp, Bielefeld die Firma Ardie übernahm da Dürkopp bereits im Besitz der Familie Barthel war, ist unrichtig.

Der Sohn von Hans Barthel, Andreas Barthel schrieb mir folgendes hierzu:

"... Sie schreiben, dass die Ardie 1933 von Herrn Hans Barthel erworben wurde. Dies ist definitiv falsch, denn mein Vater Hans Georg Barthel war zu dieser Zeit erst 8 Jahre alt! Mein Vater war auch nicht der Schwiegersohn von Herrn Georg Schäfer (Kugelfischer).

Mein Vater Hans Barthel war der Sohn von Herrn Kommerzienrat Hermann Barthel, der Miteigentümer der FAG Kugelfischer war. Mein Grossvater hatte die Schwester von Herrn Georg Schäfer geheiratet. Mein Grossvater schaffte es das Kugellager für die FAG patentieren zu lassen und hat damit den Erfolg von Kugelfischer ermöglicht.

Ob das Unternehmen bereits 1933 in den Familienbesitz überging kann ich nicht bestätigen ist aber wahrscheinlich. Die Dürkopp- Werke gehörten der Familie Barthel von Ende der 30er Jahre bis 1962 (danach wurde Dürkopp an die FAG verkauft); wahrscheinlich hielten sie seit 1933 die Anteile der Ardie-Werke.

Der Kauf von dem jüdischen Eigentümer wurde nach dem Krieg von diesen nachträglich bestätigt (die Familie war in die USA ausgewandert) die jüdische Familie wurde nicht übervorteilt! Nach Erzählungen meines Vaters stand die Firma bis zum Erhalt dieser Bestätigung der ehemaligen Eigentümer unter Kuratel.

Nach 1959 wurde die Produktion von Motorrädern aufgrund der dramatischen Situation im Markt für Motorräder eingestellt, die Ardie produzierte fortan Hydraulikanlagen und produzierte Teile für die FAG. Hierzu wurde ein völlig neues Fabrikgebäude erbaut (Sigmundstrasse, Nürnberg).

Anfang der 70er wurde eine zusätzliche Produktionsstätte in Furth im Wald aufgebaut. 1975 wurde die Ardie mit der Friesecke & Höpfner GmbH verschmolzen die später in die FAG überging."

Andreas Barthel, Melemstr. 19, 60322 Frankfurt, 01715489111, email: bartheland@aol.com"



JAP von 1929 mit 'Orkan'-Drosselklappenvergaser mit Ringschwimmer

JAP, Typ KY, 498 ccm mit 'Orkan'-Drosselklappenvergaser mit Ringschwimmer

Etwa zur Mitte der zwanziger Jahre produzierte Ardie 350 und 500 cm3 Modelle mit JAP sv-Einbaumotoren. 1927 kam ein 680 cm3- Modell dazu und später noch weitere V2-Zylinder- Maschinen mit 750 und 1000 cm3. Es gab obengesteuerte 347, 498 und 990 cm3 V2- Rennmaschinen, die u.a. von den Brüdern Hans, Konrad und Georg Thumshirn (Sieger bei Österreich-TT 1926 und 1927 sowie ungarischen TT 1927), Eugen Bussinger, Karl Dobberkau und Gerd in der Elst erfolgreich pilotiert wurden. Auch beim Feldbergrennen gab es in den 1920er Jahren Erfolge.

Ardie 347 ccm, JAP

Ardie 347 ccm, JAP, Supersport Rennmaschine

 


  1929 wurde nun der verwendete Satteltank seitlich beige lackiert, es wurden Tiger- Parallelogrammgabeln anstelle der Druidgabeln verbaut. Wulstreifen wurden durch Drahtreifen ersetzt und Tacho sowie Amperemeter waren nun serienmäßig.

1930 kam das Jubiläumsmodell mit gekapseltem Ventiltrieb und 14 statt 9 PS Leistung.

Ardie Jubiläumsmodell 1930

Ardie 490 cm3 mit sv-Jap-Motor, 'Jubiläumsmodell'



Es folgten dann 123, 173, 198 und weitere bis 500 cm3 mit eigenen und Einbaumotoren von Sachs, Sturmey-Archer, Bark und Küchen. Die 350er wurde durch 200er und 300er Modelle abgelöst (sog. Silberfuchs) und das 500er ohv-Modell wurde Silberpfeil genannt.


Riedel: Zweitakt- Prototyp

Norbert Riedel: Zweitakt-Prototyp mit V-Motor



Kuechen: Viertakt- Prototyp

Richard Küchen: Viertakt-Prototyp mit V-Motor
(später dann bei Victoria als V35 gebaut)

 


  Nach 1945 wurden von Dr. Noack konstruierte Flachkolben- Zweitakter mit Kreuzstromspülung gebaut. Diese hatten 124, 172, 194, 244 und 344 cm3 Hubraum.

Die letzte Ardie war ein Zweitakt- Paralleltwin.

ARDIE 246ccm
ARDIE 246 ccm, Paralleltwin


Bekannte Rennfahrer auf Ardie in den dreißiger Jahren waren auch Josef Klein und Franz Islinger.

1939 errangen Amend, Geier, Konrad und Hans Thumshirn die Goldmedaille bei der Internationalen Sechstagefahrt.

Die Ardie- Werksmannschaft, bestehend aus Karl Augustin, Heinrich Gollwitzer, Gernot Leistner und Lorenz Specht errangen mit Ardie BD 176 GS zahlreiche Erfolge im Geländesport, so auch die Goldmedaille bei der internationalen 6-Tage Fahrt des Jahres 1954 in England.

Auch die späteren Straßenweltmeister Werner Haas sowie Fritz Hillebrand / Manfred Grunwald waren anfangs auf Ardie- Geländemaschinen unterwegs!


Messestand

Ardie - Messestand 1933/34







Ardie - Modellübersicht mit allen Typen.



Der Motorradrennfahrer Alfred Amend auf Ardie; sein Fotoalbum und seine Sporterfolge - hochinteressant!



Bildgalerie Ardie-Treffen in Lind bei Oberviechtach 2002.

Bildgalerie 22. Veteranentreffen in Ibbenbüren 2002.

Bildgalerie Ardie-Treffen in Nürnberg im Juli 2009.





Kontaktadressen der Ardie - Experten:

Ardie IG, Römerstr. 7, D-28203 Bremen, Tel: 0421/71787

Die Ardie-Site von Frank Grüneboom: www.ardie.de
u.a. mit sehr ausführlichen Beschreibungen der einzelnen Typen und vielen interessanten links.

Einige Abbildungen für diese Ardieseiten wurden freundlicherweise von Herrn Grüneboom zur Verfügung gestellt.

Die Adresse sagt alles: www.ardie-tm500.de




Liste empfehlenswerter Links

 



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Stand: VIII.2009